Selbsterkenntnis im Alltag – das Spiegelspiel

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Hypnose ist eine faszinierende Methode. Man kann damit auf vielfältige Art und Weise arbeiten, da sie, vorbei am kritischen Verstand, unsere tiefsten Ebenen anspricht!

Ein besonders spannendes Thema ist meiner Meinung nach der analytische Teil, in dem wir uns selber aus einem anderen Blickwinkel betrachten und sich dadurch neue Einsichten erschließen (diesem widme ich mich im Bereich „Schatten“).

Jetzt können wir nicht leugnen, dass so eine Hypnosesitzung auch ihre Zeit beansprucht. Es handelt sich hier also nicht um eine Beschäftigung, der wir jeden Tag nachgehen können.

Daher möchte ich an dieser Stelle eine Technik mit dir teilen, die du mit etwas Achtsamkeit einfach in deinen Alltag einbauen kannst: Sie wird oft bezeichnet als „Spiegelarbeit“, aber ich nenne sie „Das Spiegelspiel“.

Warum? Weil das Wort „Arbeit“ in unserer Gesellschaft oft mit Belastung assoziiert wird.

Ich finde jedoch, dass diese Technik, auch wenn sie tatsächlich nicht immer leicht ist, im Großen und Ganzen Freude bereiten soll, da sie uns bei unserer persönlichen Entwicklung hilft.

Um das Spiegelspiel spielen zu können, brauchst du, wie schon erwähnt, in erster Linie Achtsamkeit.

Lass‘ dich mal auf folgenden Gedanken ein: Alles, was du erlebst, ist ein Spiegel deines Unterbewusstseins. Und wenn du jetzt denkst „Was ist denn das für esoterischer Quatsch?“, dann überleg‘ doch mal, wieso manche Menschen sich über eine bestimmte Sache oder Verhaltensweise ärgern, während die gleiche Situation andere Menschen völlig kalt lässt!

Der Grund dafür liegt ganz einfach darin, dass wir alle seit frühester Kindheit zugeschüttet sind mit verschiedensten Glaubenssätzen und Verhaltensmustern.

Solange uns diese nicht bewusst sind, neigen wir immer dazu, sie gegen unsere Umgebung und gegen uns selbst anzuwenden.

Merke dir: Deine Glaubenssätze sind die Brille, durch die du diese Welt siehst.

Unser Gehirn ist ständig damit beschäftigt, sowohl unsere Umgebung, als auch unser eigenes Verhalten und unsere Emotionen durch die Brille unserer Glaubenssätze zu beurteilen.

Die meiste Zeit bemerken wir dies nicht, da es so schnell abläuft, dass es für uns zur Normalität geworden ist.

Es gibt jedoch Situationen, in denen wir erahnen können, was da tief in unserem Unterbewusstsein vor sich geht, und zwar immer dann, wenn wir spüren, dass ein Unbehagen in uns aufsteigt.

Vielleicht kennst du das: Irgendjemand macht irgendetwas und schon fühlst du eine Wut, frei nach dem Motto „Wie kann man nur…!“

Wenn du so weit bist, dass du dich selber bei diesem Vorgang des Beurteilens erwischt, dann hast du bereits einen großen Schritt getan.

An dieser Stelle gilt es, den inneren Spiegel aufzustellen.

Dazu stellst du dir folgende Fragen:

1. Was genau ärgert mich an dieser Person / Situation?

2. Was hat das mit mir zu tun?

Immer wenn wir uns über etwas im Außen ärgern, betrifft dies im Grunde genommen unsere eigenen Persönlichkeitsanteile, welche wir aufgrund unserer Glaubenssätze ständig verurteilen.

Ein getroffener Hund bellt. Punkt.

Die Lösung, um diesem Dilemma zu entkommen, liegt ganz klar auf der Hand: wir müssen uns selber dabei erwischen, uns an die eigene Nase fassen und herausfinden, wo genau der Knackpunkt liegt.

Das könnte z.B. so funktionieren:

Der Nachbar stellt nie die Gemeinschaftsmülltonne raus. Du regst dich jedes mal wahnsinnig darüber auf. Da du jetzt aber mehr über dich selber lernen möchtest, stellst du den inneren Spiegel auf. Du stellst im ersten Schritt z.B. fest, dass dich in erster Linie seine Faulheit auf die Palme bringt.

Im nächsten Schritt fragst du dich, warum ausgerechnet die Faulheit dich so triggert.

Kann es vielleicht sein, dass auch du diese Faulheit in dir trägst? Vielleicht nicht in Bezug auf die Mülltonnen, aber womöglich bist du zu faul, um die Steuererklärung fristgerecht zu machen.

Der springende Punkt ist hier nicht die Faulheit an sich, sondern die Art und Weise wie du dazu stehst. Höchstwahrscheinlich trägst du in diesem Fall irgendeinen Glaubenssatz mit dir herum, der es dir verbietet, deine eigene Faulheit zu akzeptieren (z.B. der Klassiker: „Ich bin nicht genug“ bzw. „Ich muss Leistung erbringen, damit ich es wert bin, geliebt zu werden“).

Das ist nur ein einfaches Beispiel. Du kannst das Spiegelspiel in jeder Situation spielen, sobald du dir bewusst wirst, dass dich irgend etwas triggert.

Ich weiß, das ist, gerade zu Beginn, ein ziemlich unangenehmer Prozess, aber ich bin davon überzeugt, dass es sich lohnt, denn: wenn wir solche Themen wegschieben, anstatt sie für uns aufzulösen, wird uns das Leben immer mehr und immer extremere entsprechende Situationen präsentieren, solange bis wir es endlich verstanden haben!

Außerdem bringt die achtsame Praxis des Spiegelspiels den Vorteil mit sich, dass du mit der Zeit einfach gelassener wirst.

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig inspirieren. Wenn du dich für das Thema „Glaubenssätze“ interessierst, kannst du auch gerne eine Sitzung bei mir buchen.

Viele herzliche Grüße

Jana