Gibt es einen Unterschied zwischen Meditation und Hypnose?
Meditation gehört seit einigen Jahren zu meiner täglichen „Gedankenhygiene“ dazu. Ich finde das Wort „Hygiene“ trifft es ziemlich gut. Schließlich waschen wir uns ja auch den Dreck von Haut und Haaren weg und auch unsere Zähne befreien wir jeden Tag von störendem Belag. Da liegt es doch auch nahe, regelmäßig den Geist zu reinigen.
Als ich dann vor gut zwei Jahren anfing, mich mit Hypnose auseinanderzusetzen und einen entsprechenden Kurs besuchte, war ich anfangs etwas verwirrt: für mich fühlte sich das damals genauso an, wie Meditation!
Aber ich wollte weiter graben und so belegte ich noch mehr Kurse. Mittlerweile hat sich für mich einiges geklärt. Ich weiß: so sehr sich Meditation und Hypnose auch ähneln – es gibt sehr wohl Unterschiede. Welche das sind und ob eine Technik „besser“ ist, als die andere, das möchte ich dir heute verraten.
Zunächst einmal: mit beiden Techniken sind wir dazu in der Lage, in uns veränderte Bewusstseinszustände hervorzurufen. Sie ähneln sich in Bezug auf körperliche Entspannung, geistige Zentriertheit und Ausgeglichenheit.
Egal, ob ich anfange zu meditieren oder in die Selbsthypnose gehe – ich muss zunächst einmal zur Ruhe kommen und meinen Verstand „runterfahren“.
Obgleich wir die Beobachtung des eigenen Atems in erster Linie als Meditationstechnik verstehen – die gleiche Technik kann auch in der Selbsthypnose Anwendung finden, da der Atem einfach ein guter Anker ist um den Geist zu beruhigen.
Und das ist nur ein Beispiel. Selbstverständlich gibt es sowohl in der Meditation, als auch in der Selbsthypnose verschiedene „Tools“ (wie heißt es so schön: viele Wege führen nach Rom).
Doch das war‘s auch schon mit den Gemeinsamkeiten.
Kommen wir nun zu den Unterschieden:
Der Hauptunterschied ist ganz klar, dass ich bei einer Meditation in erster Linie in die Beobachterrolle gehe – ich beobachte meinen Atem, meine Umgebung, meine Gefühle, meine Gedanken usw.
Ziel einer Meditation ist wache Aufmerksamkeit. Sie schärft unter anderem die Selbstwahrnehmung. Deshalb ist Meditation auch so ein wunderbares Werkzeug zur täglichen Achtsamkeitspraxis.
Mit ihrer Hilfe trainiere ich mein Gehirn wie einen Muskel und kann auch im Alltag gelassener auf Situationen reagieren ohne mich allzu schnell von Gedanken oder Gefühlen überrollen zu lassen.
Doch worum geht es jetzt bei Hypnose?
Ganz klar, in der Hypnose liegt der Schwerpunkt auf der Trance, die durch die Versenkung in Vorstellungen hervorgerufen wird.
Das Wort „Hypnose“ leitet sich ab vom griechischen Wort „hypnos“ und bedeutet nichts anderes als „Schlaf“. Hypnose ist also ein traumartiger Zustand, der durch die aktive Vorstellungskraft unseres Gehirns hervorgerufen wird. Das anfängliche „In-sich-gehen“ und „beobachten“ wird im Verlauf der Hypnosesitzung zu einem „immer-tiefer-gehen“ und zu einem Versinken in innere (Traum-)Welten. Und genau in diesen inneren Welten liegen meistens Hinweise für die Lösung unserer Probleme.
Hypnose ist also nichts, was ich in meinen Alltag integriere, sondern ich arbeite gezielt mit Hypnose, um z. B. Verhaltensweisen zu ändern oder störende Glaubenssätze zu erkennen und zu transformieren.
Uns allen sollte nämlich bewusst sein, dass unsere täglichen Handlungen zum größten Teil von unserem Unterbewusstsein gesteuert werden. Will ich Veränderung in mein Leben bringen, so ist die Hypnose ein effektives Hilfsmittel, da sie direkt im Unterbewusstsein arbeitet.
Und was ist jetzt im Ergebnis das bessere Tool? Meditation oder Hypnose?
Du kannst dir die Antwort sicher denken: beides natürlich!
Wenn ich Meditation und Hypnose mit einem Ozean vergleiche, dann kann ich das ungefähr so beschreiben:
In Meditation sitze ich auf meinem Boot und beobachte das Meer. Ich bin einfach nur im Hier und Jetzt. Mit der Zeit beruhigt sich das Meer, herumschwebende Sandpartikel sinken hinab, das Wasser wird sauberer und lässt mich klarer sehen.
In Hypnose hingegen begebe ich mich gezielt auf einen Tauchgang in die Tiefen des Meeres um dort nach verborgenen Schätzen zu suchen und Ressourcen freizulegen.
Übrigens kann sich auch in der Gehirnaktivität ein Unterschied zwischen Hypnose und Meditation zeigen:
Mit beiden Methoden gelangen wir zunächst in einen entspannten Alpha-Zustand und anschließend in einen Theta-Zustand (wie beim Traumschlaf). Wenn wir nicht gerade einschlafen, bewegen wir uns auch weiterhin in diesem Bereich, da Theta-Wellen die Wellen unseres Unterbewusstseins sind.
Bei einer tiefen fokussierten Meditation konnte hingegen schon beobachtet werden, dass die Gehirnwellen nach einer gewissen Zeit in den Gamma-Bereich wechseln, welcher wiederum sehr hochfrequent ist!
Gammawellen werden auch in Zusammenhang gebracht mit mystischen und transzendentalen Erfahrungen und mit einem Verlust des Ich-Gefühls.
Ich hoffe ich konnte mit diesem Beitrag ein bisschen Klarheit schaffen. Hypnose und Meditation sind keine „Konkurrenten“, sondern zwei nützliche geistige Werkzeuge, jedes auf seine eigene Art!
Herzliche Grüße
Jana
